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Mein Album des Jahres: Didn’t He Ramble von Glen Hansard

Ich gebe zu, ich habe Glen Hansards neues Album, das am 18. September erschien, ziemlich ungeduldig erwartet. Didn’t He Ramble heißt das Werk des irischen Sängers, Gitarristen und Schauspielers und bezaubert mit zehn Songs in gewohnter Hansard-Manier: handwerklich gut gemacht, mitreißend, zuweilen beschwingt, überwiegend jedoch unter die Haut gehend melancholisch – dabei aber stets hoffnungsvoll. Denn nur traurige Songs zu schreiben wird seinem Auftrag als Künstler nicht gerecht: Durch das Gefühl hindurchgehen und nach vorne sehen ist sein Anspruch.

Der Sänger und Gitarrist der irischen Rockband The Frames ist den meisten wahrscheinlich als Hauptdarsteller aus dem Film Once (2006) bekannt, der auch als Musical aufgeführt wird.

Zusammen mit der tschechischen Musikerin, Sängerin, Schauspielerin und ebenfalls Hauptdarstellerin in Once Markéta Irglová schrieb er dazu die Filmmusik. Für Falling Slowly aus dem Soundtrack erhielten die beiden 2008 den Oscar in der Kategorie Bester Song. Unter dem Namen The Swell Season veröffentlichte das Duo zwei (weitere) Alben: im Jahr 2006 The Swell Season sowie 2009 Strict Joy.

Im Juni 2012 folgte dann das erste Soloalbum des ehemaligen Dubliner Straßenmusikers, der mit 13 Jahren die Schule schmiss: Rhythm and Repose. Außerdem schrieb er mit Take The Heartland ein Stück für den Soundtrack des Films Die Tribute von Panem – The Hunger Games. Zusammen mit Danielle Brisebois steuerte er für den Film Can a Song Save Your Life? den Song Coming Up Roses bei, der im Film von Keira Knightley gesungen wird.

Glen Hansard | @ Danny Clinch

Glen Hansard | @ Danny Clinch

Das jetzt veröffentlichte Album „Didn’t He Ramble“ wirkt etwas ruhiger als die vorangegangenen, stellenweise fast behutsam. Der Text steht mehr im Vordergrund und ist stark beeinflusst von der Tradition des Geschichtenerzählens im Folk. Man hört Einflüsse der Vorbilder seiner Jugend: Bob Dylan, Van Morrison und Leonard Cohen. Vor allem von Leonard Cohen. Grüblerischer Blues und überraschende Klänge aus Nashville runden das Werk ab.

Wieder einmal ist es Glen Hansard gelungen, mich zu packen. Vielleicht kriegt er nicht jeden beim ersten Mal Hören. Aber er kriegt einen. Nicht nur mit seiner Stimmgewalt. Er scheut vor nichts zurück, schont sich nicht, dringt bis ins Mark, schickt sich und seine Hörer durch den Schmerz. Bodenständig, fesselnd, ehrlich.

Wer sich das neue Album des Singer-Songwriters einmal komplett anhören möchte:

Um das Phänomen Glen Hansard aber wirklich zu verstehen, lohnt sich ein Konzertbesuch. Zusammen mit seiner Band und Gastmusikern bringt er ein echtes Erlebnis auf die Bühne – mit einer Spielfreude, als wäre jedes Konzert das erste der Tour. Immer wieder fasziniert es mich dabei auch zu beobachten, mit wie viel Sensibilität er jedem einzelnen Musiker Raum gibt. Und wie perfekt sich das Zusammenspiel und ein immenser Klangteppich entfalten, selbst wenn die Beteiligten zum Teil das erste Mal zusammen auf der Bühne stehen – wie bei seinem vorletzten Konzert in München.

Glen Hansard | @ Danny Clinch

Glen Hansard | @ Danny Clinch

Die Tourdaten für Hamburg, Berlin, Leipzig, Köln, Zürich, Wien, München und viele weitere Städte findet Ihr hier.

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