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Die perfekte Gastgeberin | Teil II: Die Vorbereitung

In diesem – dem zweiten – Teil der Serie zum perfekten Gastgeben geht es um die konkreten Vorbereitungen für einen gelungenen Abend und um Fragen wie: Welche und wie viele Getränke sollten vorhanden sein? Wie ist das mit dem Essen, wenn man nicht selber kochen kann? Und was gilt es sonst noch zu beachten? Legen wir los!

 

Für jeden was dabei: Ein gut geplanter Getränkeeinkauf ist schon die halbe Miete. | © Bloomingville

Für jeden was dabei: Ein gut geplanter Getränkeeinkauf ist schon die halbe Miete. | © Bloomingville

1. Die Getränke

Kleinere Runde (< 10 Gäste)

Bei einer überschaubaren Anzahl an Gästen bzw. wenn man sich gut kennt, empfiehlt es sich, nach den jeweiligen Vorlieben einzukaufen. Es ist auch kein Fauxpas, vorher zu erfragen, wer was gerne mag. Um auf jeden Fall genügend Getränke vorrätig zu haben, rechnet man pro Person eine halbe Flasche Rot- und eine halbe Flasche Weißwein. Darüber hinaus genügt meist ein Kasten Bier sowie eine Flasche eines Absackers wie Grappa. Auch alkoholfreie Getränke nicht vergessen: Außer Mineralwasser sollten auch verschiedene Softgetränke verfügbar sein. Hier genügt rund ein Liter pro Kopf.

Größere Feier (> 10 Gäste)

Es ist sinnvoll, sowohl Wein (acht Flaschen), als auch Bier (zwei Kisten) und Sekt zu besorgen. Faustregel für Prickelndes: Eine Flasche ergibt sieben Gläser, jeder Gast trinkt beim Anstoßen ein Glas. Für jede Frau sollte noch ein weiteres eingerechnet werden. Beim Kauf stärkerer Drinks kann man sich auf zwei Spirituosen beschränken: Mit Gin (eine Flasche) und Wodka (zwei Flaschen) lassen sich die beliebtesten Longdrinks mixen.

Gut kalkuliert

Wer sichergehen will, veranschlagt pro Kopf

  • einen Liter Bier,
  • eine halbe Flasche Rot- und Weißwein,
  • zwei Gläser Sekt,
  • drei Longdrinks (umgerechnet etwa 12 cl Spirituosen) und
  • 1 bis 1,5 Liter Softgetränke.

Klingt erstmal viel? Im Schnitt kommt das aber hin. Wer sich das Rechnen ersparen will, kann einen Online-Getränkerechner nutzen. Und: Am besten ist es, beim Fachhändler auf Kommission kaufen, um zurückgeben zu können, was nicht benötigt wird.

Rot oder Weiß?

Früher galten rote Weine grundsätzlich als schwer und deshalb besser zu deftigem Essen passend. Weiße Weine wurden dagegen als leicht eingestuft und damit als ideale Begleiter zu leichteren Gerichten. Doch Kochstile und auch die Weine selbst haben sich verändert: Mittlerweile gibt es auch schwere Weißweine, die mit einem Braten harmonieren, zu manchen Fischgerichten eignet sich ein leichter Rotwein oder zu im Wok zubereitetem Rindfleisch ein leichter Weißwein.

Klingt verwirrend? Hilfreiche Tipps für die passenden Weine zum geplanten Menü gibt es z. B. mit dem Wein- und Speiseberater auf www.jacques.de

 

Ob mehrere Gänge gleichzeitig oder nacheinander oder ein Buffet – wir machen es so, wie es uns gefällt. | © Inter IKEA Systems B.V.

Ob mehrere Gänge gleichzeitig oder nacheinander oder ein Buffet – wir machen es so, wie es uns gefällt. | © Inter IKEA Systems B.V.

2. Das Essen

Kann man eine gute Gastgeberin sein, wenn man nicht gut kochen kann? Aber sicher! Man lädt einfach lockerer ein: Jeder bringt eine Kleinigkeit mit für ein (kaltes) Buffet, man selbst sorgt für die Getränke. Oder man kauft z. B. in Feinkostgeschäften Grundlagen für Fertig- oder Halbfertiggerichte ein, die mit wenig eigenem Aufwand angerichtet und serviert werden können. Auch kleine Schwarzbrot-Häppchen mit Käse, Schinken oder Lachs, Käseplatten, Sushi (selbstgemacht oder bestellt) und Suppen halten den Aufwand gering – und Spaghetti sind unkompliziert, schmecken jedem und die Sauce lässt sich gut vorbereiten.

Mehrere Gänge?

Ob die „nur“ selbst zusammengestellte Variante oder das selbst gekochte Menü – die Gerichte müssen nicht immer klassisch in mehreren Gängen nacheinander serviert werden. Ähnlich einer Vorspeisentafel können alle Bestandteile auch gleichzeitig auf den Tisch kommen. Diese Form des Menüs ist sogar besonders kommunikativ und man entscheidet nach Lust und Laune selbst, wie und in welcher Reihenfolge die unterschiedlichen Geschmackserlebnisse am besten zusammenpassen.

In der klassischen Variante besteht ein Dinner auch in kleiner Runde aus drei Gängen. Gleiche Aromen und Zutaten, Farben, Würzintensitäten und Texturen wiederholen sich dabei möglichst nicht: Gibt es als Vorspeise Fisch, sollte der Hauptgang aus Fleisch oder etwas Vegetarischem bestehen. Insgesamt ergibt sich dadurch ein harmonisches Wechselspiel aus kühl und heiß, leicht und üppig, cremig und knusprig, flüssig und fest.

Kleine Runde (< 10 Gäste)

Drei Gänge sind bei dieser Größenordnung noch gut zu schaffen. Damit jeder Gast satt wird, rechnet man, dass im Schnitt ungefähr ein Drittel der Gäste sowohl bei der Vor- als auch bei der Nachspeise einen Nachschlag nimmt. Für das Hauptgericht am besten für jeden eine zweite Portion einkalkulieren.

Größere Feier (> 10 Gäste)

Für größere Runden ist ein Buffet ideal – in der Vorbereitung und im Ablauf des Abends ist das für die Gastgeberin eine unschlagbar entspannte Lösung. Und auch die Gäste können sich locker machen: Sie können sich genau das nehmen, was sie gerne mögen und das weglassen, worauf sie keine Lust haben.

Für ein Buffet gilt: Für bis zu 20 Personen werden

  • drei Vorspeisen und Salate,
  • zwei Hauptgerichte mit je zwei Beilagen und etwa
  • zwei Nachspeisen

benötigt. Auch für die Mengen gibt es ungefähre Richtwerte: Pro Person rechnet man mit

  • 250 ml Suppe,
  • 200 g Fleisch und Fisch,
  • 100 g Reis und Teigwaren,
  • 200 g Gemüse und Kartoffeln sowie
  • 300 g Dessert.

Und unbedingt Knabberzeug und eventuell auch Süßes besorgen – mindestens 100 g pro Gast.

Aufgebaut wird das Buffet beginnend mit der Vorspeise von rechts nach links gemäß der Speisenfolge des Menüs. Geschirr und Besteck jeweils dazustellen. Aber auch wenn es praktisch erscheint sind Pappteller und Plastikbesteck sind ein No-Go. Die Zeichnung zeigt das Buffet nochmals im Überblick:

So gibt’s kein Drängeln am Buffet. | © Sabine Egetemeir

So gibt’s kein Drängeln am Buffet. | © Sabine Egetemeir

Die Büffetanordnung gibt es hier zum Download.

 

3. Die Musik

Damit die Gastgeberin nicht den ganzen Abend den DJ geben muss, ist eine gut vorbereitete Playlist wichtig. Wer keine Liedersammlung besitzt, kann auf den Onlineseiten von Webradios (z. B. www.lastfm.de) oder Streamingdiensten eine Musikrichtung  bzw. einen Anlass (z. B. „Dinner“) auswählen und bekommt Stimmung nonstop. Wie wäre es mit Jazz zum Essen?

4. Smokers-Lounge

Falls Raucher unter den Gästen sind und drinnen nicht geraucht werden soll, empfiehlt es sich, einen gemütlichen Bereich auf dem Balkon oder der Terrasse dafür herrichten. Falls keine Möglichkeit dazu besteht, wäre es eine Überlegung, einen Hausschlüssel so zu positionieren, dass der Besuch nach einer Zigarette vor der Tür jederzeit zurück in die Wohnung gelangen kann, ohne klingeln zu müssen.

5. Give-Aways

Kleine Geschenktüten zum Abschied sind eine nette Geste – in Teil III gehe ich darauf auch nochmals mit einer Idee ein. Gefüllt werden sie z. B. mit etwas Selbstgemachtem, das auch am Abend angeboten wurde. Einfach etwas mehr davon zubereiten und hübsch verpacken – oder Übriggebliebenes als Doggybag mit nach Hause geben. Ein nettes Dankeswort oder eine persönliche Widmung an der Tüte kommt auch immer gut an.

 

Eine ordentliche Wohnung erfreut das Auge – auch das der Gäste. | © Bolia

Eine ordentliche Wohnung erfreut das Auge – auch das der Gäste. | © Bolia

6. Die Wohnung

Ordentlich und vorzeigbar sollten zumindest die Bereiche sein, zu denen die Gäste Zutritt haben: Flur, Küche, Wohnraum, Gästetoilette oder Badezimmer und natürlich die Küche. Und unbedingt Platz an der Garderobe frei räumen bzw. einen Ort bestimmen (z. B. auf dem Bett), an dem die den Gästen abgenommenen Mäntel abgelegt werden können.

Bitte auch nicht vergessen: die Gästehandtücher. Ich habe mir mehrere gleichfarbige besorgt, die ich aufgerollt in einem Körbchen bereitstelle. Dazu lege ich eine hübsche Handcreme, die bei Bedarf genutzt werden kann. Gerne stelle ich neben das Handtuchkörbchen auch ein schönes Windlicht oder eine angenehm duftende Raumkerze – sozusagen ein kleines Stillleben für’s stille Örtchen.

Und im nächsten Teil dreht sich alles um den gedeckten Tisch. Stay tuned!

Credit: Titelfoto von Broste Copenhagen  

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