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Die perfekte Gastgeberin | Teil III: Der gedeckte Tisch

Im dritten Teil der Reihe zum perfekten Gastgeben dreht sich alles um den gedeckten Tisch: Wer sitzt wo? Was gehört wo hin? Und welche Gläser brauche ich? Und wie ist das eigentlich mit Serviette und Tischdeko?

1. Auf die Plätze!

Eine Sitzordnung galt lange als verpönt und steif – alles andere als geeignet für einen entspannten Abend unter Freunden. Doch es gibt auch eine andere Seite/Meinung: Nämlich die, dass eine durchdachte Sitzordnung das gegenseitige Kennenlernen fördern kann – damit sich nicht nur diejenigen unterhalten und austauschen, die sich ohnehin schon (gut) kennen. Gerade, wenn sich neue Gesichter in der Runde befinden, helfen zugewiesene Plätze, bekannte und unbekannte Gäste zu mischen bzw. potenzielle, sich sympathische Gesprächspartner, die eine Gemeinsamkeit (ein Hobby, dieselbe Heimatstadt et.) haben, einander gezielt näherzubringen. So müssen sich Neuzugänge nicht verloren fühlen und können sich schnell in die Runde einbringen. Vor allem, wenn sie eher schüchtern sind – dann sitzen sie zum Beispiel neben einem umtriebigen Menschen, der es als anregend empfindet, neben einem völlig Fremden zu sitzen. Auch schwierige oder etwas heikle Kombinationen können mit einer Sitzordnung vermieden werden.

Die Reihenfolge

Klassischerweise sitzen Damen und Herren abwechselnd um den Tisch. Eine andere, bewährte Möglichkeit ist es, die Gäste so anzuordnen, dass immer zwei Damen und zwei Herren nebeneinander Platz finden. Sollte es einmal passieren, dass sich die Gespräche – überspitzt formuliert – zu intensiv um Schuhe oder Fußball drehen, bestünde die Möglichkeit, sich einem Geschlechtsgenossen zuzuwenden.

Und die Pärchen?

Darf man beim Thema Sitzordnung aber eigentlich Pärchen trennen? Wenn beide gerne kommunizieren, haben dadurch beide die Möglichkeit, neue Leute kennen zu lernen – und auf dem Nachhauseweg ein Gesprächsthema. Für zurückhaltende Menschen – und Frischverliebte – kann die räumliche Trennung vom Partner jedoch etwas unglücklich sein. Eines sollte man auf jeden Fall immer beachten: Wenn Pärchen getrennt werden, sollten sie so platziert werden, dass sie Blickkontakt halten können.

2. In die Karte schauen?

Platzkärtchen weisen den Gästen ihren Platz am Tisch zu. Braucht es aber auch eine Speisekarte? Nicht unbedingt. Allerdings steigert eine Menü-Vorschau die Freude auf das Essen – und liefert ein zusätzliches Gesprächsthema. Mit der Übersicht kann auch jeder gespannt auf seinen Lieblingsgang warten. Und Platz dafür lassen.

3. Eine Frage der Lage

Die Teller

Die Teller sind der Mittelpunkt eines Gedecks. Der Platzteller (1) dient als Platzhalter (von ihm wird nicht gegessen) und bleibt bis zum Schluss des Dinners als Basis des Gedecks stehen – mit einem Fingerbreit Abstand zur Tischkante. Darauf werden die Teller für die einzelnen Gänge arrangiert: Vorspeisen- oder Suppenteller stehen dabei auf dem Teller für den Hauptgang.

Das Besteck

Das Besteck (1–5) wird in der Reihenfolge des Menüs von außen nach innen aufgelegt und benutzt (beim Eindecken in umgekehrter Reihenfolge vorgehen und das Besteck von innen nach außen ablegen).

Sofern das Menu sehr viele Gänge vorsieht (eine Regel besagt, nicht mehr als drei Besteckteile links zu platzieren, nicht mehr als vier Besteckteile rechts), kann man auch das Besteck mit dem jeweiligen Gang servieren, um den Tisch nicht allzu sehr zu befrachten.

Linkshändern ist es erlaubt, das jeweils benötigte Besteck unauffällig zu tauschen.

Drei Gänge

Die Gabeln liegen immer links, Messer und Suppenlöffel werden rechts vom Teller platziert:
Ganz rechts liegt also der Suppenlöffel (4), daneben das Vorspeisenmesser (z. B. ein Fischmesser) (3), direkt neben dem Teller das Messer für den Hauptgang (2).
Links des Tellers finden die Gabel für den Hauptgang (2) und die Vorspeisengabel (z. B. eine Fischgabel) (3) ihren Platz.
Die Messer werden unten bündig auf einer Linie mit dem Platzteller aufgelegt , Gabeln und Löffel können nach oben versetzt werden (die unteren Zinkenenden der Vorspeisengabel liegen dabei auf einer Höhe mit den oberen Enden der Hauptganggabel).

Fünf Gänge

Auch hier liegen die Gabeln links, Messer und Suppenlöffel rechts vom Teller: Ganz rechts liegt das Vorspeisenmesser (5), dann folgen der Suppenlöffel (4), das Messer für den Zwischengang (3), dann das Messer für den Hauptgang (2).
Links des Tellers finden die Gabel für den Hauptgang (2), die Gabel für den Zwischengang (3) und die Vorspeisengabel ihren Platz.
Die Messer werden wiederum unten bündig ausgerichtet, Gabeln und Löffel können nach oben versetzt werden (die unteren Zinkenenden der Gabel für den Zwischengang liegen dabei auf einer Höhe mit den oberen Enden der Hauptganggabel).

Brotteller

Links oberhalb der linken Besteckreihe steht der Brotteller mit dem Brotmesser (6). der Brotteller steht links und schließt oben mit dem Hauptgangteller ab, das Brotmesser liegt am inneren Rand der Fahne (Tellerrand) mit der Klinge nach außen

Dessertbesteck

Über dem Teller liegt horizontal das Dessertbesteck (7 + 8), wobei der Löffel (7) oben liegt und mit Griff nach rechts zeigt. Der Gabelgriff (8) zeigt nach links. Ist der Nachtisch nicht flüssig, wird nur die Gabel benutzt.

Die Gläser

Die Gläser werden oberhalb der Messer platziert – beginnend rechts in der Reihenfolge ihrer Benutzung: Rechts außen steht daher das Wasserglas (12), links daneben das Weißweinglas (11), dann folgt das Glas für den Rotwein (9). Gegebenenfalls gibt es noch ein Glas für das Dessert (z. B. Sekt, Champagner, ein süßer Wein oder Dessertwein) (10). Die Gläser stehen versetzt im 45-Grad-Winkel.

Das Glas für den Hauptgang fungiert beim Anordnen der Gläser als Richtglas und wird direkt über dem Messer für den Hauptgang platziert.

Die Servietten

Die Serviette liegt auf dem obersten Teller bzw. dem Platzteller. Steht der erste Gang schon bereit, liegt sie links neben der linken Besteckreihe oder auf dem Brotteller. Es sollte auf jeden Fall eine Stoffserviette verwendet werden. Man kann sie falten, sollte jedoch auf allzu komplizierte Kreationen verzichten, die dem Gast Mühe machen, sie zu entfalten.

Eine Fülle an Ideen für gefaltete Servietten finden sich auf Pinterest.com unter den Suchworten „Serviette falten“.

Salz und Pfeffer

Salz und Pfeffer beim Eindecken nicht vergessen. Die Pfeffermühle dabei am besten auf einen Unterteller stellen.

So deckt man für fünf Gänge ein. | © Sabine Egetemeir

So deckt man für fünf Gänge ein. | © Sabine Egetemeir

Die Skizze für’s Eindecken von fünf Gängen gibt es hier zum Download.

4. Die Tischdekoration

Am wichtigsten ist wohl, dass der Blumenschmuck nicht zu hoch ist, damit man sein Gegenüber noch sehen kann. Alles andere kann man gestalten, wie man möchte. Vielleicht aber noch ein paar Tipps zu Schnittblumen in aller Kürze:

  • Weiche Stiele gerade, harte mit einem Messer schräg anschneiden.
  • Harte Stängel mögen lauwarmes Wasser, man kann sie auch kurz in kochendes Wasser tauchen.
  • Manche Blumenstiele schleimen aus, daher sie erst nach dem Ausschleimen in einem separaten Gefäß in die Vase stellen.
  • Die Blätter sollte man im Wasserbereich immer entfernen, denn sie faulen schnell.
  • Mit einem halben Teelöffel Zucker im Wasser heißt es, dass  sich die Blumen etwa drei bis vier Tage länger halten.
  • Zweige, die den Strauß oder den gewählten Blumenschmuck ergänzen, am besten vor dem ins Wasser stellen etwas von der Rinde befreien und den Stiel breit klopfen.

5. Das Gastgeschenk

Mit einem Gastgeschenk, z. B. einem kleinen Bügelglas mit Pesto oder Chutney oder einem Tütchen selbst gemachtem Vanillepfeffer, bereitet man Gästen eine Extrafreude. Diese kleinen Aufmerksamkeiten können zugleich als Tischdekoration und – mit dem Namen des Gastes versehen – außerdem als Tischkarte dienen.

Voilà! Und im nächsten und vierten Teil der Serie geht es um das Dinner selbst und Fragen wie: Schuhe aus oder nicht?

Credit: Titelfoto von Broste Copenhagen

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